ml
|
Fédération
(Die Europäische Vereinigung der Bewohnervereine der Corbusierhäuser) Seit längerem unterhalten die Corbusierhäuser in Frankreich und Deutschland freundschaftliche Beziehungen auf der Ebene der Bewohnervereine. Im Oktober 2002, als das Corbusierhaus in Marseille sein 50-jähriges Jubiläum feierte, kamen die Vertreter der 5 Häuser zum ersten Mal zusammen. Dabei wurden ihnen nicht nur ihre Gemeinsamkeiten bewusst, sondern auch die Notwendigkeit, eine Gruppe zu bilden, um gemeinsam Problemen zu begegnen, gemeinsam aktiv zu werden, und ihre Mittel gemeinsam einzusetzen. Wenn auch abzusehen war, dass die geografischen Entfernungen die Kommunikation und persönliche Kontakte erschweren würden, übernahm trotzdem Firminy die Aufgabe, einen Text für die Statuten zu entwerfen. Das Hauptziel der Vereinigung besteht „in der Bewahrung, der Aufwertung, der Förderung und der Verbreitung des Werks von Le Corbusier in seiner Bedeutung für die Menschlichkeit und den sozialen Wohnungsbau. Sie hat zum Ziel, die Bewohner der Häuser von Le Corbusier zusammenzubringen , ihre Erfahrungen in der Verwaltung, Instandhaltung (z.B. Probleme mit den Betonfassaden, Energieversorgung) und kulturelle Aktivitäten gemeinsam zu nutzen, den Austausch zwischen den Häusern (z.B. Wohnungstausch) zu fördern sowie eine gemeinsame Datenbank aufzubauen“. Gründungsmitglieder sind die 5 Bewohnervereine (in Berlin der Förderverein). Mitglieder können aber auch Einzelbewohner von Individualhäusern Le Corbusiers werden. Die Vereinigung wird durch den Vorstand repräsentiert, der sich nach Möglichkeit alle 6 Monat trifft. Le Corbusier hat insgesamt 5 Wohneinheiten geplant und gebaut. Obwohl er sich bereits seit 1922 im Rahmen seiner Überlegungen zur Städteplanung mit den Grundlagen über das Wohnen in großen Gemeinschaften beschäftigte, konnte er erst nach dem 2. Weltkrieg die zuständigen Stellen in Ministerien und Verwaltungen in Frankreich dazu bewegen, ihn mit dem Bau einer „Unité d’Habitation d’un Grandeur Conforme“ zu beauftragen.
Alle Bauten basieren auf den Entwürfen, Planungen und Erfahrungen, die Le Corbusier beim Bau der Unité in Marseille gemacht hat. Die Unité in Marseille gilt daher auch als Prototyp für die anderen Häuser. Wenn die „Wohnmaschinen“ auch äußerlich den gleichen Eindruck machen, so haben doch wirtschaftliche und finanzielle Aspekte sowie unterschiedliche Bauvorschriften dazu geführt, dass sich die Häuser in einigen, zum Teil wesentlichen Elementen unterscheiden. Dazu die die folgende Tabelle:
Die Unité d’Habitation in Marseille konnte Le Corbusier noch ohne „störende“ Bauvorschriften mit allen typischen Merkmalen einer „Wohnmaschine“ realisieren – Pilotis, 3-Zimmer-Maisonette-Wohnungen, Brise Soleil, Ladenstraße im 8. Geschoß, Dachterrasse mit Ecole maternelle, Bassin für die Kinder, Turnhalle, Laufbahn und Freilichtbühne, sowie alle Abmessungen unter Beachtung des von Corbusier entwickelten Maß- und Proportionalsystems des „Modulors“. Rezé ist bis auf die fehlende Ladenstraße weitgehend identisch mit Marseille. In Berlin mussten an Stelle der Maße des Modulors die Vorgaben des Sozialen Wohnungbaues berücksichtigt werden. Die Ausstattung der Dachterrasse konnten nicht realisiert werden. Anstelle einer Ladenstraße im 8. Geschoß wurden Einkaufsmöglichkeiten zu ebener Erde geschaffen. Anstelle der Holzfensteranlagen wurden Stahlfensteranlagen eingebaut. In Briey fehlen ebenfalls die Ladenstraße und die Ausstattung der Dachterasse, in Firminy die Ladenstrasse.
|
||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||